In Hagen in NRW läuft ein Mädchen bei Rot über die Straße und verunglückt schwer. Als der Krankenwagen da ist, machen die Passanten Videos mit dem Handy. Und behindern die Rettungssanitäter. Der Polizei platzt der Kragen - und veröffentlicht ein deutliches Posting bei Facebook.
Was war passiert?
Ein zehnjähriges Mädchen war von einem Auto angefahren und schwer verletzt worden. Schaulustige hatten sofort ihr Smartphone gezückt, um das Opfer zu filmen. Einige hätten sogar die Rettungskräfte aufgefordert, zur Seite zu gehen, damit sie besser filmen könnten, schreibt Polizeikommissar Tino Schäfer.
Um das Mädchen vor Blicken und Kameras zu schützen, verdeckte die Feuerwehr die Unfallstelle mit weißen Tüchern. Doch auch das hielt die Schaulustigen nicht ab. Im Gegenteil: Die Gaffer hätten versucht, über die Tücher hinweg zu filmen. Mehrere Polizisten hätten zusätzlich in den Einsatz gehen müssen, um die Schaulustigen zu vertreiben.
Die Polizei der Ruhrgebietsstadt sagt dazu: "Wir haben im Einsatz echt was Besseres zu tun, als uns auch noch um Euch zu kümmern. Lasst zukünftig die Smartphones in der Tasche und geht einfach weiter."
Bei Facebook gab es bis zum frühen Donnerstagmittag bereits Tausende empörte Kommentare über die Gaffer: "Die Polizei hätte sofort für jeden ein fettes Bußgeld verhängen sollen", oder "Da schämt man sich richtig mit", heißt es dort.
Anmerkung:
Das Titelbild zu diesem Artikel zeigt nicht den Unfall aus Hagen, sondern einen Rettungskurs für Sanitäter.