Wenn du mit dem Auto in die Osterferien startest, weißt du: In vielen Nachbarländern brauchst du eine Vignette, oft kommen noch zusätzlich Tunnel- oder Brückengebühren dazu. Was kostet es wo?
Österreich - Vignette und Maut
In Österreich ist das Maut-Pickerl, die Vignette, in diesem Jahr besonders schön: Seegrün! Aber: An die Scheibe geklebt wird sie fast nur noch von Touristen, vor allem die 10-Tage-Version. Die Österreicher selbst und auch immer mehr Touristen nutzen die digitale Maut, kontrolliert wird dann per Kennzeichenerkennung. Online kostet die 1-Tages-Version 9,30 Euro, die 10-Tages-Version kostet 12,40 Euro.
Achtung: Die Polizei Vorarlberg warnt aktuell vor einer Betrugsmasche, bei der Betrüger falsche Digital-Vignetten kaufen uns so an deine Kreditkartendaten wollen. Besonders fies: Die falschen Websites sehen der offiziellen Asfinag-Seite zum Verwechseln ähnlich. Sei deshalb sehr aufmerksam und achte auf Rechtschreibfehler, ausgetauschte Buchstaben und die Endung .at (nicht .com oder anderes). Besorge dir die Vignette immer über die offizielle Asfinag-Seite (www.asfinag.at). So kannst du sicher sein, dass deine Daten sicher sind und du eine gültige Vignette zum günstigsten Preis bekommst.
Mittlerweile ist die digitale 1-Tages- und 10-Tages-Vignette sofort gültig. Die 2-Monats- und Jahres-Vignette musst du allerdings weiterhin 18 Tage vor deiner Reise kaufen, damit sie gültig ist.
Für teuer gebaute Transitstrecken wie den Brenner, die Tauernautobahn, den Katschbergtunnel, die Karawanken oder den Arlbergtunnel wird noch einmal eine Extra-Streckenmaut fällig, zusätzlich zur Vignette. Du kannst die Streckenmaut an den Mautstationen bezahlen. Schneller geht's vor allem in der Hochsaison, wenn du auch hier vorab online bezahlst.
Italien - Maut auf vielen Autobahnen
In Italien muss auf den meisten Autobahnen Maut gezahlt werden. Nach dem Auffahren wird an den Kontrollstellen ein Ticket gezogen, beim Ausfahren muss das Ticket in einen Automaten geschoben und dann bar oder per Karte bezahlt werden. Der Preis richtet sich nach den gefahrenen Kilometern. Es gibt auch ein Lesegerät zum Installieren an der Windschutzscheibe – sie zählen die zurückgelegten Autobahnkilometer automatisch, die entsprechende Maut wird dann vom Bankkonto eingezogen. Im Durchschnitt kostet in Italien ein Autobahnkilometer 8 Cent. Für eine Fahrt fast durchs halbe Land, von Mailand bis Rom, werden rund 48 Euro fällig. In Süditalien ist es günstiger, dort sind einige Autobahnabschnitte auch umsonst - wie etwa auf Sizilien.
Tschechien - Vignette
Wenn du auf den tschechischen Fernstraßen fährst, muss du spätestens hinter der Grenze entscheiden, ob du die Gebühr für einen Tag, zehn Tage, 30 Tage oder für ein Jahr entrichten will. Aktuell liegen die Sätze bei etwa 8, 12, 18 oder 97 Euro (Wechselkurs vom 04.04.2025).
Früher musstest du eine Vignette kaufen und an der Windschutzscheibe ankleben. Seit zwei Jahren gibt es stattdessen die digitale E-Vignette in Kraft. Die kannst du über die Betreibergesellschaft erwerben (https://edalnice.cz/de/index.html#/validation) oder auch an Verkaufsstellen, wie Postämter, Tankstellen und Automaten erwerben.
Die Überwachung erfolgt über die Mautbrücken, die früher für Lastwagen verwendet wurden. Diese werden inzwischen über ein satellitengestütztes System kontrolliert.
Frankreich - Maut auf vielen Autobahnen
Eine Vignette gibt es in Frankreich nicht. Die verschiedenen Betreiber der französischen Autobahnen kassieren für Erhalt und Ausbau eine Maut, deren Höhe nicht einheitlich festgelegt ist. Sie richtet sich nach gefahrenen Kilometern und nach der Fahrzeugklasse, aber auch danach, wo du fährst. Im Elsass oder in der Bretagne gibt es zum Teil kostenlose Abschnitte. Im Süden ist es besonders teuer. Auf günstigen Strecken ist man mit sechs Euro pro 100 Kilometer dabei, andere kosten dreimal so viel. Im Durchschnitt fallen pro Kilometer zirka neun Cent an. Auf autoroutes.fr oder beim ADAC kannst du die Maut kalkulieren: Straßburg – Paris kostet demnach etwa 44 Euro, Paris – Marseille über 65 Euro. Außerdem können Tunnel und Brücken extra kosten: Der Mont-Blanc-Tunnel derzeit pro PKW fast 55 Euro, das Viadukt von Millau je nach Saison und Fahrzeugklasse mindestens elf Euro. Wer keine Maut zahlen will, nutzt die meist komfortablen Nationalstraßen - braucht aber natürlich trotzdem länger für die Fahrt in den Urlaub.
Bezahlen kann man die Maut per Kreditkarte und bar, oft aber nur mit Münzen. Oder elektronisch. Dafür bestellt man eine Mautbox und befestigt diese an der Windschutzscheibe. Dann darf man an den Mautstationen elegant durch die mit kleinem 't' für 'télépéage' beschrifteten Korridore fahren.
Schweiz - Jahresvignette
In der Schweiz braucht man für die Autobahn eine Jahresvignette. Diese gibt es als Vignette, die vorne an die Windschutzscheibe geklebt wird, und als E-Vignette. Diese ist aktuell nur über das offizielle Schweizer Portal e-vignette.ch erhältlich. Sie ist in diesem Jahr gelb, kostet 40 Schweizer Franken (ungefähr 42 Euro). Die Vignetten – egal ob physisch oder digital – gelten immer von Anfang Dezember des Vorjahres bis Ende Januar des Folgejahres.
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